Gewährleistungsfrist in Österreich

Gewährleistungsfrist in Österreich - Dinge, die du unbedingt beachten solltest!

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von Simon Hasenauer

Zu Hause stapeln sich die Papierberge. Ausmisten steht an. Doch hierbei gilt es aufzupassen bezüglich Gewährleistungsanspruch, Verjährungs- und Aufbewahrungsfrist. Das müssen Sie beachten, damit nicht die falschen Schriftstücke in der Rundablage landen. In folgendem Blogpost beschäftigen wir uns mit der Gewährleistungsfrist in Österreich.

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Gewährleistungsfrist

Die Gewährleistungsfrist in Österreich beträgt grundsätzlich zwei Jahre. Nur bei unbeweglichen Sachen, also vor allem Grundstücken, Häuser oder Wohnungen, ist eine längere Frist von drei Jahren vorgesehen. Eine Verkürzung der Frist (maximal ein Jahr) ist nur beim Verkauf gebrauchter Sachen möglich, wenn dies individuell vereinbart wird. Die Frist beginnt mit der Übergabe der Ware zu laufen. 

Beweislast - trägt diese der Konsument oder der Händler?

Der Gewährleistungsanspruch gilt für Mängel, die schon bei der Übergabe des Produkts bestehen, auch wenn sie erst später erkennbar sind. Die Verwendung eines ungeeigneten Materials ist zum Beispiel ein Mangel, auch wenn das Produkt erst Monate nach dem Kauf zerbricht. Bei Mängeln, die innerhalb von sechs Monaten erkannt werden, wird gesetzlich vermutet, dass sie schon bei der Übergabe vorhanden waren. Das Unternehmen könnte aber das Gegenteil beweisen, etwa wenn der Mangel durch spätere Gewalteinwirkung entstanden ist. Nach Ablauf von sechs Monaten muss der Konsument entweder beweisen, dass es sich um einen Mangel handelt, der schon bei der Übergabe vorhanden war, oder dass der Mangel bereits in den ersten sechs Monaten nach der Übergabe aufgetreten ist.

Frist:

  • bei beweglichen Sachen: 2 Jahre
    • Beweislastumkehr endet nach 6 Monaten
  • bei unbeweglichen Sachen: 3 Jahre
    • Beweislastumkehr endet ebenfalls nach 6 Monaten

Mehr zum Thema Beweislast und den entsprechenden Fristen findest du hier.

Verjährungsfrist

Diese liegt zwischen zwei Jahren und einem Leben lang. Wer hier nicht Acht gibt, wird schnell ein wichtiges Dokument in die Tonne werfen. Ärger, Laufereien, viel Zeit und manchmal auch Geld müssen investiert werden, wenn die falschen Schriftstücke beim Ausmisten weggeworfen werden.

2 Jahre Aufbewahrungsfrist bei Rechnungen und Kaufbelegen

Beim Kauf von Neuwaren, wie Fahrrädern, Elektrogeräten oder Möbeln, gilt eine Aufbewahrungsfrist von zwei Jahren. So lange besteht – seitens des Verkäufers – die gesetzliche Gewährleistungsfrist in Österreich nach den Paragraphen 437 438 und jenen des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch). Ein Unternehmen kann Deine Gewährleistungsansprüche weder ausschließen noch einschränken.

Auch bei Internetkäufen gilt in Österreich eine Gewährleistungsfrist von zwei Jahren. Um hier von seinem Recht Gebrauch zu machen, sollte man die Rechnungen entweder ausdrucken und abheften oder sicher in digitaler Form speichern.

Beachtet werden sollte, dass die Herstellergarantie sich von der Gewährleistung unterscheidet – Der Unterschied beträgt meist nur ein Jahr. Genaueres zu den Unterschieden zwischen Garantie und Gewährleistung findest Du hier.

Reklamation

Kommt es innerhalb der ersten zwei Jahre nach Kauf eines Produkts zu einem Mangel, den Du als Käufer nicht verursacht hast, kannst Du die Ware reklamieren. Dafür musst Du mit Kaufbeleg oder Rechnung belegen, wann Duden Artikel gekauft hast.

Reklamiere die defekte Ware am besten immer schriftlich. Beschreibe in einer E-Mail oder einem Brief die aufgetretenen Mängel möglichst genau. Wenn Du im Geschäft mündlich reklamierst, ist es hilfreich, eine Gesprächsnotiz (Name des Gesprächspartners, Datum, Reklamationsgründe, das Ergebnis des Gesprächs und gesetzte Fristen) anzufertigen.

Du findest es auch mühsam, Rechnungen aufzubewahren und hast genug von der Schuhkarton-Ablage? Wir auch.

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Im Falle einer Reklamation hast Du als Kunde als ersten Schritt folgende Möglichkeiten:

  • Verbesserung (Reparatur) oder
  • Austausch der mangelhaften Sache verlangen. 

Im zweiten Schritt kannst Du: 

  • Preisminderung oder (bei nicht geringfügigen Mängeln) sogar die
  • Vertragsauflösung (=Wandlung) verlangen.

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